Lee Child – Im Visier

Die LESESEITEN sind zurück aus der „Kurze(n) Unterbrechung“ mit einer typischen Sommerlektüre – ein neuer Jack Reacher. Passend für die heißen Tage, weil kurzweilig und spannend. Das neue Abenteuer des ehemaligen Militärpolizisten wird wie gewohnt erzählt: Schnörkellos, nach altbewährtem Muster – obwohl es diesmal eine Veränderung gibt: Reacher goes Europe!

Nachdem zuletzt erschienen Prequel zur Serie („Der letzte Befehl“), geht es jetzt chronologisch in der Gegenwart weiter. Im Original war das bereits 2014. Die deutschen Übersetzungen bleiben in ihrem jährlichen Rhythmus auf Abstand.

Per Anzeige in der Army Times erfährt Reacher, dass man ihn sucht. Da der angegebene Kontakt noch etwas bei ihm gut hat, fühlt er sich verpflichtet, sich zu melden. Wenige Studen später befindet sich der Outlaw dann auf der anderen Seite der USA wieder und erfährt den Grund der Kontaktaufnahme.

Ausgangspunkt ist ein missglücktes Attentat auf den französischen Präsidenten. Kein gewöhnliches Attentat, nicht nur wegen des Ziels, sondern wegen seiner besonderen Ausführung: Ein Schuss aus 1300m Entfernung. Für die perfekte Durchführung kommen aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades nur sehr wenige Personen in Frage. Die Suche nach einem von ihnen wird Jack Reachers Aufgabe. Der gesuchte Scharfschütze wurde sechzehn Jahre zuvor von Reacher überführt und musste eine fünfzehnjährige Gefängnisstrafe absitzen. Jetzt ist er wieder auf freiem Fuß…

Unter Einbeziehung US-amerikanischer und internationaler Geheimdienstorganisationen, insbesondere der britischen, wird es diesmal ein kooperatives Unternehmen, dass Reacher angeht. Ein Hauch von politischer Weltbühne durchzieht diesen Band, erzeugt den Eindruck gewisser Aktualität. Und Paris und London sind Schauplätze, an denen Reacher seine Fähigkeiten den Bedingungen der urbanen Welt anpassen muss. Die Zusammenarbeit mit den offiziellen Behörden birgt natürlich auch Risiken und bringt Einschränkungen mit sich, die das Handeln des sonst unabhängig lebenden einschränken.

„Im Visier“ ist ein routiniert geschriebenes Jack-Reacher-Abenteuer, dem am Ende leider wenig Überraschendes einfällt. Schade, denn der Ortswechsel über den Atlantik ist eine angenehme Abwechslung innerhalb der Reihe. Immerhin erfährt man weitere Details aus Reachers Familiengeschichte. So bleibt nur noch, auf das nächste Jahr zu verweisen, in dem es sicherlich wieder neuen Reacher-Lesestoff gibt. Rechtzeitig für den kommenden Sommer.


LEE CHILD, „Im Visier“, Blanvalet

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(c)Blanvalet

 

 

 

 

Weitere Besprechungen zu Lee Child:

„Der letzte Befehl“  „Die Gejagten“

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