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Heinrich Böll – Billard um halb zehn

Der 100. Geburtstag Heinrich Bölls war für mich Anlass eines der wenigen von mir ungelesen Werke des Schriftstellers zur Hand zu nehmen. „Billard um halb zehn“ gehört zu den bekanntesten Büchern des Kölners, erschienen 1959. Die Familiengeschichte der Fähmels, angelegt zwischen den großen Ereignissen der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, ist eine Reise in die deutsche Geschichte, eine Auseinandersetzung mit den großen Ereignissen, die heute zur Historie der Republik gehören. Heinrich Böll – Billard um halb zehn weiterlesen

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Heinrich Böll und ich

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Es war 1987 oder 1988. Ich war auf Klassenfahrt. Wo genau es hingegangen ist – ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Ganz klar vor Augen habe ich allerdings die brandenburgische Stadt Eberswalde, die wir an einem Tag besuchten. Im Bahnhof gab es ein hallenartiges Restaurant, ein kneipenähnelnder Saal mit lauter Vierer-Tischen und Selbstbedienung. Auf den Straßen fuhren Oberleitungs-Busse die mich irgendwie beeindruckten. Bisher kannte ich sie nur aus dem Fernsehen. In der Realität kamen sie mir eigenartig hilflos vor, so angewiesen auf die Leitung über ihnen. Was, wenn der Fahrer von der Spur abkam. Blieben sie dann antriebslos liegen? Heinrich Böll und ich weiterlesen

100. Geburtstag von Heinrich Böll

Am 21.Dezember 2017 wäre der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll (1917-1985) 100 Jahre alt geworden. Der gebürtige Kölner gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Resultierend nicht nur aus seinem Wirken als Schriftsteller, erlangte Heinrich Böll einst einen unglaublich hohen Bekanntheitsgrad und avancierte so zum bekanntesten Vertreter der Literatur der Bundesrepublik Deutschland. Er war Preisträger der Gruppe 47, Büchner-Preisträger, deutscher und internationaler PEN-Präsident und erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er setzte sich mehrfach für verfolgte Autoren ein, schmuggelte deren Manuskripte und half sogar einmal einer tschechischen Schriftstellerin mit dem Pass seiner Frau bei der Flucht über die Ost-West-Grenze. Mit einer Artikelserie, später als „Irisches Tagebuch“ zusammengefasst, löste er einen Reiseboom auf die nordeuropäische Insel aus. Seine Veröffentlichungen – Romane, Erzählungen, Hörspiele, Kritiken, Essays – finden inzwischen in einer 27-bändigen Werkausgabe Platz. 100. Geburtstag von Heinrich Böll weiterlesen

Ross Macdonald – Unterwegs im Leichenwagen

Auch in diesem Herbst hat der Diogenes Verlag eine weitere Neuübersetzung des amerikanischen Krimiklassikers Ross Macdonald herausgegeben. Wohlgemerkt keine deutsche Erstausgabe, denn „Unterwegs im Leichenwagen“ erschien 1965 bereits bei Rowohlt unter dem ähnlichen Titel „Camping im Leichenwagen“. Das „zebragestreift“ aus dem Originaltitel „The zebra-striped hearse“ wortwörtlich zu übernehmen, haben sich die deutschsprachigen Verlage anscheinend nicht getraut. Mehr Hintergrund zu Ross Macdonald und welche Rolle der Autor für mich spielt, findet sich im Beitrag zu seinem Roman „Schwarzgeld“.

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George Pelecanos – Hard Revolution

Das Thema Rassismus bleibt in der amerikanischen Nation weiter aktuell im öffentlichen Bewusstsein. Angekurbelt durch einen Präsidenten, der den Graben in der Gesellschaft mit seinem unsäglichen Verhalten weiter vertieft, anstatt die mühsam erreichten Fortschritte seines Vorgängers weiter auszubauen. Neben dem vielgelobten Roman „Underground Railroad“ von Colson Whitehead erschien vor ein paar Monaten  in deutscher Erstübersetzung mit „Hard Revolution“ ein weiteres Buch, dass sich ebenfalls mit dem Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in den USA auseinandersetzt. Auch hier geht es in die Vergangenheit, allerdings nur ein paar Jahrzehnte zurück und im Gewand eines Kriminalromans. George Pelecanos – Hard Revolution weiterlesen

Colson Whitehead – Underground Railroad

National Book Award“, „Pulitzer-Preis“, mehrfach Buch des Jahres 2016 – „Underground Railroad“ ist einer der vielbeachtesten Romane der USA des letzten Jahres. Mit den Ereignissen der vergangenen Wochen in Charlottesville hat das Erscheinen der deutschen Übersetzung in diesem Monat einen aktuellen Bezug bekommen und es wird klar, wie präsent die Themen Rassismus und Freiheit weiterhin sind. Whiteheads Roman ist ein Blick in die Vergangenheit, eindrucksvoll in eine spannende Handlung verpackt. Colson Whitehead – Underground Railroad weiterlesen