Alle Beiträge von Leseseiten

Jackie Thomae – Brüder

Mick und Gabriel. So heißen die beiden titelgebenden „Brüder“ des Romans von Jackie Thomae, die trotz ihres verwandschaftlichen Verhältnisses fast 50 Jahre nichts voneinander wissen. Am Ende ist es der Vater, der den Kontakt zu seinen Söhnen sucht, um die Dinge in seinem Leben zu ordnen. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Lebenswege der beiden Männer, die die selben Startbedingungen hatten. Jackie Thomae – Brüder weiterlesen

Werbeanzeigen

T.C. Boyle – Das Licht

Drogen sind für T. C. Boyle nichts Unbekanntes. Der amerikanische Ex-Hippie und gefeierte Gegenwartsautor hat ihre Bekanntschaft gemacht. Mit „Grün ist die Hoffnung“ verfasste er eine hinreissende Posse um drei Marihuanna-Anbauer, die mein Einstieg in die realvertrackte Boylsche Welt war. In seinem neuen Roman „Das Licht“ geht es um eine bis heute umstrittene Substanz: LSD. T.C. Boyle – Das Licht weiterlesen

Colson Whitehead – Die Nickel Boys

Der neue Roman „Die Nickel Boys“ des Amerikaners Colson Whitehead („Railroad Underground“) basiert auf authentischen Geschehnissen der US-amerikanischen Geschichte und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Erziehungsanstalt in Florida in den 1960er Jahren, die nicht nur pädagogisch fragwürdig agierte, sondern gleichzeitig die rassistisch orientierte Historie des Landes widerspiegelt. Die literarische Verarbeitung einer Verbrechensgeschichte durch den Pulitzer-Preisträger, ist ein berührender Text über das Schicksal junger Heranwachsender. Colson Whitehead – Die Nickel Boys weiterlesen

Lee Child – Keine Kompromisse

In seinem 20. Auftritt kehrt Jack Reacher in „Keine Kompromisse“ wieder zufällig in ein Spiel auf Leben und Tod. An seiner Seite eine Privatdetektivin, die auf der Suche nach ihrem Kollegen ist und die ohne den ehemaligen Militärpolizisten sicherlich weniger weit gekommen wäre. Lee Child präsentiert einen gut gelaunten Reacher, der am Ende mit Kopfschmerzen zu kämpfen hat. Lee Child – Keine Kompromisse weiterlesen

Joe R. Lansdale – Wilder Winter

Nun also endlich habe ich Hap & Leonard kennengelernt, dieses berühmt berüchtigte ungleiche Duo der Kriminalliteratur. Vor gut 30 Jahren erschien mit „Wilder Winter“ der erste Band mit den beiden Freunden. Der Golkonda Verlag hat jetzt sechs Bände der Reihe von Joe R. Lansdale als ansprechende limitierte Taschenbuchausgaben herausgegeben und mir damit den Anlass zu Kauf und Lektüre leicht gemacht. Joe R. Lansdale – Wilder Winter weiterlesen

Michael Farris Smith – Desperation Road

Keine überflüssigen Worte finden sich im Südstaaten-Noir „Desperation Road“, das einen sofort an James Lee Burke erinnert, sind doch Handlung und Beschreibungen bestens austariert und erzeugen bei der Lektüre jenes besondere lokale Flair, das auch von den hier verwurzelten Figuren geprägt wird. Und genau diese Figuren sind es, die diesen Roman so lesenswert machen. Michael Farris Smith findet dabei seinen eigenen Weg, kürzer als Burke, aber nicht minder gelungen. Michael Farris Smith – Desperation Road weiterlesen

Attica Locke – Bluebird, Bluebird

Die amerikanische Autorin Attica Locke hat mit „Bluebird, Bluebird“ einen erstaunlich unaufgeregten Kriminalroman geschrieben, der es auf Anhieb auf den ersten Platz der Krimi-Liste der Zeit geschafft hat. Unaufgeregt bedeutet hier, dass mit viel Fingerspitzengefühl eine Mordermittlung mit vermeintlich rassistischem Hintergrund präsentiert wird, die allen Beteiligten eine Auseinandersetzung mit alten Gewohnheiten und fortschrittlichen Entwicklungen der Gegenwart abverlangt. Und trotz zugespitzten Situationen verliert der Roman nie seinen Stand und bewahrt sich vor oberflächlicher Effekthascherei. Attica Locke – Bluebird, Bluebird weiterlesen