Archiv der Kategorie: Literatur

Jackie Thomae – Brüder

Mick und Gabriel. So heißen die beiden titelgebenden „Brüder“ des Romans von Jackie Thomae, die trotz ihres verwandschaftlichen Verhältnisses fast 50 Jahre nichts voneinander wissen. Am Ende ist es der Vater, der den Kontakt zu seinen Söhnen sucht, um die Dinge in seinem Leben zu ordnen. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Lebenswege der beiden Männer, die die selben Startbedingungen hatten. Jackie Thomae – Brüder weiterlesen

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T.C. Boyle – Das Licht

Drogen sind für T. C. Boyle nichts Unbekanntes. Der amerikanische Ex-Hippie und gefeierte Gegenwartsautor hat ihre Bekanntschaft gemacht. Mit „Grün ist die Hoffnung“ verfasste er eine hinreissende Posse um drei Marihuanna-Anbauer, die mein Einstieg in die realvertrackte Boylsche Welt war. In seinem neuen Roman „Das Licht“ geht es um eine bis heute umstrittene Substanz: LSD. T.C. Boyle – Das Licht weiterlesen

Colson Whitehead – Die Nickel Boys

Der neue Roman „Die Nickel Boys“ des Amerikaners Colson Whitehead („Railroad Underground“) basiert auf authentischen Geschehnissen der US-amerikanischen Geschichte und lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Erziehungsanstalt in Florida in den 1960er Jahren, die nicht nur pädagogisch fragwürdig agierte, sondern gleichzeitig die rassistisch orientierte Historie des Landes widerspiegelt. Die literarische Verarbeitung einer Verbrechensgeschichte durch den Pulitzer-Preisträger, ist ein berührender Text über das Schicksal junger Heranwachsender. Colson Whitehead – Die Nickel Boys weiterlesen

Stewart O´Nan – Stadt der Geheimnisse

Stewart O´Nan gehört nicht zu den Autoren, deren Werke durch große Extravaganzen ihre Wirkung erzielen. Vielmehr sind es die ruhigen, nachdenklichen Menschen die im Vordergrund stehen, und die manchmal mit den düsteren Seiten des Lebens zu kämpfen haben. Einfache Leute, Helden des Alltags. Die „Stadt der Geheimnisse“ ist Jerusalem im Jahr 1947. Stewart O´Nan richtet seinen Blick auf ein Holocoust-Opfer und dessen Hoffnung auf ein neues Leben. Ein menschliches Psychogramm, das die Zerrissenheit der Zeit wiederspiegelt. Stewart O´Nan – Stadt der Geheimnisse weiterlesen

Stephen King – Erhebung

Wenn man sagt, die Schwerkraft hat es gut mit einem gemeint, wird in der Regel etwas Positives damit verbunden. Ein glimpflicher Sturz beispielsweise. Vielleicht, so dachte sich Stephen King, müssen die physikalischen Gesetze ja nicht immer wirken. Höchst unheimlich und rätselhaft wäre das dann. Eine solche Konstellation mutet er seiner Hauptfigur in der kleinen Prosa „Erhebung“ zu. Scott Carey nimmt ab, ohne Grund. Doch das besondere ist, er verändert sich physisch nicht und kann sich jedes Gewicht umlegen, ohne das die Waage ein Gramm mehr anzeigt. Doch die wichtigere Geschichte in diesem Buch ist eine andere. Stephen King – Erhebung weiterlesen

David Mitchell – Slade House

Ein blutrot glänzender Umschlag mit erhabener Schrift umgibt das „Slade House“ des Briten David Mitchell. Und so intensiv wie dieses Rot leuchtet, so intensiv ist die Geschichte, die der Autor von „Der Wolkenatlas“ erzählt: Es geht um nicht weniger als das ewige Leben. David Mitchell – Slade House weiterlesen

Heinrich Böll – Billard um halb zehn

Der 100. Geburtstag Heinrich Bölls war für mich Anlass eines der wenigen von mir ungelesen Werke des Schriftstellers zur Hand zu nehmen. „Billard um halb zehn“ gehört zu den bekanntesten Büchern des Kölners, erschienen 1959. Die Familiengeschichte der Fähmels, angelegt zwischen den großen Ereignissen der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, ist eine Reise in die deutsche Geschichte, eine Auseinandersetzung mit den großen Ereignissen, die heute zur Historie der Republik gehören. Heinrich Böll – Billard um halb zehn weiterlesen