Schlagwort-Archive: Bücher

Douglas Stuart – Shuggie Bain

Ohne Umschweife muss gleich im ersten Satz „Shuggie Bain“ als der Roman charakterisiert werden, der zu Herzen geht und dessen Autor Douglas Stuart eine außergewöhnliche Sprache gefunden hat, die mit den traurigsten Momenten so würdevoll umgeht, das es viel leichter fällt, weiter zu lesen und Anteil zu nehmen, an den ersten fünfzehn Lebensjahren des schottischen Jungen Hugh Bain, genannt Shuggie.

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Colson Whitehead – Harlem Shuffle

Nach zwei thematisch bedrückenden Romanen ( „Underground Railroad“ und „Die Nickel Boys“), für die er jeweils mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, veröffentlicht der Amerikaner Colson Whitehead nun mit „Harlem Shuffle“ einen an das Krimigenre angelehnten Roman und führt seine chronistische Darstellung des Lebens der schwarzen Bevölkerungsgruppe der Vereinigten Staaten fort.

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James Sallis – Sarah Jane

Wer einen durchkonstruierten Krimi lesen möchte, wird von „Sarah Jane“, dem neuesten Roman des Amerikaners James Sallis, enttäuscht werden. Vielmehr vereint dieser ungewöhnliche Band unzählige kleine Geschichten und verleitet mit seinen klugen Einschüben über das Leben und unser Dasein zum unverhofften Nachdenken. Dass dabei immer wieder ein unterschwelliges Schmunzeln beim Lesen entsteht, zeugt von der Schreibfertigkeit des Autoren.

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Haruki Murakami – Erste Person Singular

Nicht immer müssen die Dinge und Ereignisse in unserem Leben einen tieferen Sinn ergeben. Und nicht immer lassen sich die Dinge und Ereignisse in unserem Leben bis auf das Letzte ergründen. Ja, und nicht immer ist die Lektüre von Texten, die sich an den vorangestellten Aussagen orientieren, eine besonders anregende oder erfreuliche Lektüre. Der neue Erzählband „Erste Person Singular“ von Haruki Murakami kann sich rühmen, trotz Erfüllung der Aussagen der ersten beiden Sätze, auf vollkommendste Weise zu unterhalten.

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Nastassja Martin – An das Wilde glauben

Selten greife ich zu Büchern, die nicht-fiktional sind. „An das Wilde glauben“ wurde zur Ausnahme, weil die Verfasserin eine äußerst ungewöhnliche Begegnung überlebte. Dieses Aufeinandertreffen und die damit verbundenen körperlichen und psychischen Auswirkungen sind Anlass des autobiographischen Berichts der französischen Anthropologin Nastassja Martin. Das für ihr Leben einschneidende Erlebniss war die Begegnung mit einem Bären mitten in der Wildnis der Halbinsel Kamtschatka.

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Brian Panowich – Bull Mountain + Bull Mountain Burning

Der Berg ruft! – und das gleich zwei Mal. Mit „Bull Mountain“ und „Bull Mountain Burning“ hat der Suhrkamp Verlag zwei Perlen im Programm, die mich unweigerlich an die grandiose TV-Serie „Justified“ (basiert auf einer Figur von Elmore Leonard) erinnern. Der amerikanische Autor und Feuerwehrmann Brian Panowich hat eine Familien- und Hillbillygeschichte zu Papier gebracht, die voller Lokalkolorit ist und die tief in die Geschicke eines im Verborgenen agierenden Drogenimperiums eintaucht. Brian Panowich – Bull Mountain + Bull Mountain Burning weiterlesen

Ottessa Moshfegh – Der Tod in ihren Händen

Selten hat mich ein Buch so gespalten, wie „Der Tod in ihren Händen“ von Ottessa Moshfegh. Und darin liegt auch die großartige Leistung der amerikanischen Autorin, die eine vermeintliche Suspense-Geschichte aufzieht, die meine Nerven bei der Lektüre bis an die Grenzen des Aushaltbaren führte. Das lag aber nicht am Spannungsfaktor.

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T.C. Boyle – Sprich mit mir

Sie sind unsere engsten biologischen Verwandten und begleiten mich kulturell schon mein ganzes Leben: Die Affen. Vor langer Zeit habe ich „Die Frau und der Affe“ des dänischen Schriftstellers Peter Hoeg gelesen. Noch viel früher faszinierten und schüchterten mich gleichzeitig die Filme der „Planet der Affen“- Reihe ein, deren Vorlage der Roman des Franzosen Pierre Boulle ist. Jetzt steigt auch T.C.Boyle in die literarische Verarbeitung unserer nächsten Artgenossen mit seinem neuen Roman „Sprich mit mir“ ein.

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T.C. Boyle – Eine Annäherung

Ein völlig neues Leseerlebnis begann für mich Ende der 1990er Jahre, als ich mein erstes Buch von T.C. Boyle gelesen habe. „Grün ist die Hoffnung“, der zweite Roman des 1948 geborenen Schriftstellers und bereits 1984 im Original erschienen, war der Auslöser einer intensiven Phase, in der ich in gut zwei Jahren alle bis dahin auf deutsch verlegten Werke las. Alle, also auch die Erzählungen, die mir nochmals einen Schub Begeisterung brachten. T.C. Boyle – Eine Annäherung weiterlesen

Alexander Osang – Die Leben der Elena Silber

Das 20. Jahrhundert mit seinen vielen Ereignissen und Veränderungen hat in Europa den Menschen große Umbrüche beschert, die aus einfachen Lebensläufen Biografien mit grundlegenen Veränderungen entstehen ließen. Im Titel des Romans „Die Leben der Elena Silber“ von Alexander Osang wird dies bereits angedeutet. Erzählt wird eine russisch-deutsche Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt die Lebensgeschichte der gebürtigen Russin Elena Silber steht. Einer Frau, die den Wandel der Zeit mit der Hoffnung endlich irgendwo „anzukommen“ bewältigt. Alexander Osang – Die Leben der Elena Silber weiterlesen