Schlagwort-Archive: Literatur

Heinrich Böll und ich

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Es war 1987 oder 1988. Ich war auf Klassenfahrt. Wo genau es hingegangen ist – ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Ganz klar vor Augen habe ich allerdings die brandenburgische Stadt Eberswalde, die wir an einem Tag besuchten. Im Bahnhof gab es ein hallenartiges Restaurant, ein kneipenähnelnder Saal mit lauter Vierer-Tischen und Selbstbedienung. Auf den Straßen fuhren Oberleitungs-Busse die mich irgendwie beeindruckten. Bisher kannte ich sie nur aus dem Fernsehen. In der Realität kamen sie mir eigenartig hilflos vor, so angewiesen auf die Leitung über ihnen. Was, wenn der Fahrer von der Spur abkam. Blieben sie dann antriebslos liegen? Heinrich Böll und ich weiterlesen

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100. Geburtstag von Heinrich Böll

Am 21.Dezember 2017 wäre der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll (1917-1985) 100 Jahre alt geworden. Der gebürtige Kölner gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Resultierend nicht nur aus seinem Wirken als Schriftsteller, erlangte Heinrich Böll einst einen unglaublich hohen Bekanntheitsgrad und avancierte so zum bekanntesten Vertreter der Literatur der Bundesrepublik Deutschland. Er war Preisträger der Gruppe 47, Büchner-Preisträger, deutscher und internationaler PEN-Präsident und erhielt 1972 den Nobelpreis für Literatur. Er setzte sich mehrfach für verfolgte Autoren ein, schmuggelte deren Manuskripte und half sogar einmal einer tschechischen Schriftstellerin mit dem Pass seiner Frau bei der Flucht über die Ost-West-Grenze. Mit einer Artikelserie, später als „Irisches Tagebuch“ zusammengefasst, löste er einen Reiseboom auf die nordeuropäische Insel aus. Seine Veröffentlichungen – Romane, Erzählungen, Hörspiele, Kritiken, Essays – finden inzwischen in einer 27-bändigen Werkausgabe Platz. 100. Geburtstag von Heinrich Böll weiterlesen

Larry Brown – Fay

Wie gut es einem geht, nimmt man meistens bewusst wahr, wenn man die Lebensumstände anderer erfährt, denen das Schicksal kein so glückliches Los beschert hat. Alles ist besser, denkt sich auch die siebzehnjährige Fay, die fort will von einer Familie ohne Heimat. Sie macht sich auf den Weg und nimmt ihre Zukunft selbst in die Hand. Wenig Bildung und eine eingegrenzte Lebenserfahrung lassen dieses Vorhaben jedoch beschwerlich werden. Larry Brown – Fay weiterlesen

Ben Lerner – 22:04

Ben Lerner wurde jüngst vom Literaturmagazin Granta in die Liste der „Best of Young American Novelists 3“ aufgenommen und war im letzten Jahr mit seinen beiden Romanen „Abschied von Atocha“ und „22:04“ eine persönliche Neuentdeckung für mich. Dem als Lyriker bekannt gewordenen Amerikaner gelingt mit „22:04“ ein äußerst ungewöhnliches Buch, dass sich zugleich ernsthaft und humorvoll der „Lebensfrage“ seiner Generation annimmt.

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T.C. Boyle – Die Terranauten

Sie haben sich unter sechzehn Kandidaten durchgesetzt und tragen die Hoffnung der Menschheit mit sich: Acht Terranauten, vier Frauen, vier Männer. Zwei Jahre, von der Außenwelt abgeschlossen, sollen sie – sich selbstversorgend – in einem riesigen Glashaus leben und erforschen, ob ein Überleben unter solchen Bedingungen möglich ist. Klar, dass  hier nicht alles glatt läuft. T.C. Boyle – Die Terranauten weiterlesen

Jean Giono – Ernte

Ein Heimatdichter verspricht nicht immer große Literatur, schließlich besagt die Bezeichnung seiner schriftstellerischen Spezialisierung etwas über die Thematik und nicht über die Schreibfertigkeit aus. Jean Giono ist unzweifelhaft Heimatdichter. Aber einer, der mit seinem Können über die Grenzen seiner provenzialischen Heimat hinaus  berühmt geworden ist. Jean Giono – Ernte weiterlesen