Schlagwort-Archive: Rezension

Colson Whitehead – Harlem Shuffle

Nach zwei thematisch bedrückenden Romanen ( „Underground Railroad“ und „Die Nickel Boys“), für die er jeweils mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, veröffentlicht der Amerikaner Colson Whitehead nun mit „Harlem Shuffle“ einen an das Krimigenre angelehnten Roman und führt seine chronistische Darstellung des Lebens der schwarzen Bevölkerungsgruppe der Vereinigten Staaten fort.

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James Sallis – Sarah Jane

Wer einen durchkonstruierten Krimi lesen möchte, wird von „Sarah Jane“, dem neuesten Roman des Amerikaners James Sallis, enttäuscht werden. Vielmehr vereint dieser ungewöhnliche Band unzählige kleine Geschichten und verleitet mit seinen klugen Einschüben über das Leben und unser Dasein zum unverhofften Nachdenken. Dass dabei immer wieder ein unterschwelliges Schmunzeln beim Lesen entsteht, zeugt von der Schreibfertigkeit des Autoren.

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Haruki Murakami – Erste Person Singular

Nicht immer müssen die Dinge und Ereignisse in unserem Leben einen tieferen Sinn ergeben. Und nicht immer lassen sich die Dinge und Ereignisse in unserem Leben bis auf das Letzte ergründen. Ja, und nicht immer ist die Lektüre von Texten, die sich an den vorangestellten Aussagen orientieren, eine besonders anregende oder erfreuliche Lektüre. Der neue Erzählband „Erste Person Singular“ von Haruki Murakami kann sich rühmen, trotz Erfüllung der Aussagen der ersten beiden Sätze, auf vollkommendste Weise zu unterhalten.

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Nastassja Martin – An das Wilde glauben

Selten greife ich zu Büchern, die nicht-fiktional sind. „An das Wilde glauben“ wurde zur Ausnahme, weil die Verfasserin eine äußerst ungewöhnliche Begegnung überlebte. Dieses Aufeinandertreffen und die damit verbundenen körperlichen und psychischen Auswirkungen sind Anlass des autobiographischen Berichts der französischen Anthropologin Nastassja Martin. Das für ihr Leben einschneidende Erlebniss war die Begegnung mit einem Bären mitten in der Wildnis der Halbinsel Kamtschatka.

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Brian Panowich – Bull Mountain + Bull Mountain Burning

Der Berg ruft! – und das gleich zwei Mal. Mit „Bull Mountain“ und „Bull Mountain Burning“ hat der Suhrkamp Verlag zwei Perlen im Programm, die mich unweigerlich an die grandiose TV-Serie „Justified“ (basiert auf einer Figur von Elmore Leonard) erinnern. Der amerikanische Autor und Feuerwehrmann Brian Panowich hat eine Familien- und Hillbillygeschichte zu Papier gebracht, die voller Lokalkolorit ist und die tief in die Geschicke eines im Verborgenen agierenden Drogenimperiums eintaucht. Brian Panowich – Bull Mountain + Bull Mountain Burning weiterlesen

Ottessa Moshfegh – Der Tod in ihren Händen

Selten hat mich ein Buch so gespalten, wie „Der Tod in ihren Händen“ von Ottessa Moshfegh. Und darin liegt auch die großartige Leistung der amerikanischen Autorin, die eine vermeintliche Suspense-Geschichte aufzieht, die meine Nerven bei der Lektüre bis an die Grenzen des Aushaltbaren führte. Das lag aber nicht am Spannungsfaktor.

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T.C. Boyle – Sprich mit mir

Sie sind unsere engsten biologischen Verwandten und begleiten mich kulturell schon mein ganzes Leben: Die Affen. Vor langer Zeit habe ich „Die Frau und der Affe“ des dänischen Schriftstellers Peter Hoeg gelesen. Noch viel früher faszinierten und schüchterten mich gleichzeitig die Filme der „Planet der Affen“- Reihe ein, deren Vorlage der Roman des Franzosen Pierre Boulle ist. Jetzt steigt auch T.C.Boyle in die literarische Verarbeitung unserer nächsten Artgenossen mit seinem neuen Roman „Sprich mit mir“ ein.

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Nana Kwame Adjei-Brenyah – Friday Black

Mit dem Debütband „Friday Black“des amerikanischen Autoren Nana Kwame Adjei-Brenyah ist eine Storysammlung erschienen, in der überraschend kreativ mit aktuellen gesellschaftlichen Themen umgegangen wird und in deren Mittelpunkt People of Color  stehen. Das Erzählungen keine langweilige und wegen ihrer Kürze schnell wieder vergessene Lektüre sein können, beweist der in New York geborene Schriftsteller mit großer Vielseitigkeit. Nana Kwame Adjei-Brenyah – Friday Black weiterlesen

Lee Child – Der Bluthund

Warum „Der Bluthund“ der passende deutsche Titel für den neuesten Jack-Reacher-Band des britischen Autoren Lee Child sein soll, wo der Titelheld sich ja stets in die Dinge die ihn interessieren verbeisst, ist mir nicht ganz klar. Glücklicherweise lässt sich von dieser Irritation leicht absehen, denn das Buch bietet endlich wieder ein gelungeneres Setting, als die vorherigen Ausflüge Richtung Europa. Lee Child – Der Bluthund weiterlesen

Wallace Stroby – Kalter Schuss ins Herz

Ein Sonntag mit Crissa Stone und ich fühle mich zurückkatapultiert in längst vergangene Leseerlebnisse. Kein „Kalter Schuss ins Herz“ ist dieser aus Verbrechersicht verfasste Pageturner, sondern ein zunehmend fesselnder Krimi, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte und in einem Zug durchgelesen habe. Verantwortlich dafür ist nicht nur die eigentliche Handlung. Wallace Stroby – Kalter Schuss ins Herz weiterlesen