Schlagwort-Archive: Rowohlt

Stewart O’Nan – Henry persönlich

Nach „Abschied von Chautauqua“ und „Emily allein“ legt Stewart O’Nan mit „Henry persönlich“ den dritten Roman um die Eheleute Emily und Henry Maxwell vor. Wer die Darstellung des Alltagslebens in der Literatur mag, es aushält, ohne größeren Spannungsbogen ein Buch zu lesen, der wird hier mit der genauen Beobachtungsgabe eines der großen Könner der Gegenwartsliteratur belohnt. Stewart O’Nan – Henry persönlich weiterlesen

Stewart O´Nan – Stadt der Geheimnisse

Stewart O´Nan gehört nicht zu den Autoren, deren Werke durch große Extravaganzen ihre Wirkung erzielen. Vielmehr sind es die ruhigen, nachdenklichen Menschen die im Vordergrund stehen, und die manchmal mit den düsteren Seiten des Lebens zu kämpfen haben. Einfache Leute, Helden des Alltags. Die „Stadt der Geheimnisse“ ist Jerusalem im Jahr 1947. Stewart O´Nan richtet seinen Blick auf ein Holocoust-Opfer und dessen Hoffnung auf ein neues Leben. Ein menschliches Psychogramm, das die Zerrissenheit der Zeit wiederspiegelt. Stewart O´Nan – Stadt der Geheimnisse weiterlesen

David Mitchell – Slade House

Ein blutrot glänzender Umschlag mit erhabener Schrift umgibt das „Slade House“ des Briten David Mitchell. Und so intensiv wie dieses Rot leuchtet, so intensiv ist die Geschichte, die der Autor von „Der Wolkenatlas“ erzählt: Es geht um nicht weniger als das ewige Leben. David Mitchell – Slade House weiterlesen

Ben Lerner – 22:04

Ben Lerner wurde jüngst vom Literaturmagazin Granta in die Liste der „Best of Young American Novelists 3“ aufgenommen und war im letzten Jahr mit seinen beiden Romanen „Abschied von Atocha“ und „22:04“ eine persönliche Neuentdeckung für mich. Dem als Lyriker bekannt gewordenen Amerikaner gelingt mit „22:04“ ein äußerst ungewöhnliches Buch, dass sich zugleich ernsthaft und humorvoll der „Lebensfrage“ seiner Generation annimmt.

Ben Lerner – 22:04 weiterlesen

Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer

Das Spionagegeschäft ist in unserer bestens vernetzten Informationsgesellschaft vielleicht die letzte Bastion des Undurchschaubaren und Geheimen. Der neue Roman von Denis Johnson widmet sich diesem Milieu und verstärkt den Effekt des schwer Greifbaren, in dem er die Handlung  in das unübersichtliche Terrain Afrikas verlegt. Johnson kennt die Szenerie aus eigener Erfahrung: Als Reporter berichtete er aus verschiedenen afrikanischen Kriegsgebieten. Denis Johnson – Die lachenden Ungeheuer weiterlesen

David Mitchell – Die Knochenuhren

Auch wenn der Klappentext den angehenden Leser mit einer Fantasystory ködert, für den neuen Roman von David Mitchell sollte man sich Zeit nehmen, denn der britische Autor überrascht mit einem abwechslungsreichen Unterhaltungsroman, in dem er sich nicht scheut ernsthafte Themen unserer Zeit anzusprechen. David Mitchell – Die Knochenuhren weiterlesen

Donald Antrim – Die Hundert Brüder

Wenn hundert Männer an einem Abend zusammentreffen, darf man getrost davon ausgehen, dass es nicht langweilig wird. Der Amerikaner Donald Antrim muß die Sache allerdings auf die Spitze treiben und macht aus hundert Männern hundert Brüder. Sie alle kommen in der ziemlich heruntergekommenen familieneigenen Bibliothek zusammen, um eine wesentliche Frage zu klären: Den Verbleib der Urne ihres Vaters. Ein ungewöhnlicher Roman von einem kreativen Autor der hundert Prozent Unterhaltung bietet! Donald Antrim – Die Hundert Brüder weiterlesen

Jonathan Franzen – Unschuld

Ich gebe zu, es war ein besonderer Augenblick, das neue Buch von Jonathan Franzen in den Händen zu halten. Besonders, wegen meiner Vorfreude, denn der Autor hatte mir mit seinen beiden Romanen „Die Korrekturen“ und „Freiheit“ großes Lesevergnügen bereitet. Franzen, der „Star“ der amerikanischen Gegenwartsliteratur, war in den letzten Wochen in allen Medien präsent, die Erwartungshaltung an sein neues Werk entsprechend hoch. In der Regel sorgt die vorgefasste Haltung der Leser bei den Nachfolgewerken eher für Enttäuschung. Für Franzen scheint das nicht zu gelten. Die Kritiken waren positiv und auch zu meiner Freude ist wieder ein erstaunlich gutes Buch entstanden.

Der über 800 Seiten umfassende Roman enthält Figuren aller Altersklassen mit ihren generationstypischen Problemen. Bereichert wird das ganze mit einem Ausflug in die neuere deutsche Geschichte.  Das alles irgendwie miteinander verknüpft ist, gehört zur guten Konstruktion dieses umfangreichen Romans. Jedes Kapitel bleibt einer Hauptfigur treu, die durchbrochene Chronologie gefällt dabei. Der Roman ist handlungsorientierter als seine Vorgänger, springt durch Kontinente und Zeiten und enthält auch einen Kriminalfall. Doch das soll jeder selbst entdecken, denn… Jonathan Franzen – Unschuld weiterlesen